Seit Winter 2017 befindet sich die SPÖ auf Bundesebene in Opposition – erstmals seit elf Jahren. Aktuelle Analysen der Politikplattform Get it un| zeigen, dass die Partei erst vor kurzem in diese Rolle fand. Bis Mitte Juni war die SPÖ auf Social Media und in Presseaussendungen im Vergleich zu anderen Oppositionsparteien zurückhaltend. Ein Initiativantrag der ÖVP-FPÖ-Regierung vom 14. Juni änderte das Kommunikationsverhalten der SPÖ allerdings schlagartig.

Die Chronologie der Ereignisse:

Donnerstag, 14. Juni: Die ÖVP-FPÖ-Regierung bringt einen Initiativantrag zur Arbeitszeitflexibilisierung ein, der einen Zwölf-Stunden Tag sowie eine 60-Stunden-Woche möglich machen soll.

Donnerstag, 21. Juni: SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder kündigt bei einer Pressekonferenz an, seine Partei werde mit allen Mitteln gegen das Gesetz zur Arbeitszeitflexibilisierung vorgehen und wolle eine Sondersitzung im Nationalrat.

Freitag, 29. Juni: Die SPÖ ruft aufgrund der Regierungspläne zur Arbeitszeitflexibilisierung zu einer Sondersitzung im Nationalrat. Die „Dringliche Anfrage“ richtet sich an Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und wird von Antragsteller Josef Muchitsch (SPÖ) unter anderem wie folgt begründet: „Vor fast genau hundert Jahren wurde der Zwölf-Stunden-Tag abgeschafft. Diese Errungenschaft wird jetzt, hundert Jahre später, von dieser Regierung unter Bundeskanzler Kurz rückgängig gemacht.“

Samstag, 30. Juni: Auf Initiative des ÖGB findet in Wien eine Großdemonstration gegen die Arbeitszeitflexibilisierung statt.